[last update: 10.05.2001]

Strecke Euskirchen - Düren



Strecke Euskirchen - Düren

2001 [<<< Übersicht]
 

09.05.2001 2004 könnten wieder Züge rollen (KSTA)
08.04.2001 Hoffnungsschimmer: In drei Jahren wieder Bahnverkehr? (BLI)
29.03.2001 Gute Chancen für die Bördebahn (KSTA)
29.03.2001 Grünes Signal für die Bördebahn (KRU)
26.01.2001 Bördebahn: Reaktivierung auch in Düren erwünscht (KSTA)
24.01.2001 Auch Kreis Düren will jetzt die Reaktivierung der Strecke EU-DN (KRU)
21.01.2001 Zülpich: Gleisumbau (SJ)


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2004 könnten wieder Züge rollen 
Signale für Bördebahn stehen auf Grün

Von Franz Albert Heinen 

Kreis Euskirchen - Als "Stiefkind" galt viele Jahre die "Bördebahn" zwischen Euskirchen und Düren. Der Personenverkehr ist längst eingestellt, Güter rollen nur noch gelegentlich auf dem Teilstück Euskirchen-Zülpich. Inzwischen geben sich aber die Interessenten für die Reaktivierung der 30 Kilometer langen Strecke bei Landrat Günter Rosenke die Klinke in die Hand.

Selbst die Deutsche Bahn AG, die als ehemalige Bundesbahn die Strecke verkommen ließ, hat sich wieder eingereiht in die Kandidaten-Riege, wie Rosenke berichtete. Unter den übrigen Interessenten genießt die Dürener Kreisbahn (DKB) mit ihrer Tochtergesellschaft "Dütrans" sicher eine herausgehobene Stellung. Schließlich hat die DKB sich mit der Reaktivierung der Rurtal-Strecke von Düren bis Heimbach bereits weit über die Region hinaus einen guten Namen gemacht.

Damit rückt das Ziel "Reaktivierung" des "Arbeitskreises Bördebahn" offenbar
in greifbare Nähe. Zumal es auch bei der Düsseldorfer Landesregierung einen erstaunlichen Sinneswandel gegeben hat. Noch vor Jahr und Tag, als Reaktivierungs-Kosten von weit mehr als hundert Millionen Mark im Raum standen, hatte das Verkehrsministerium abgewunken: zu teuer. Lieber fördere man die weit billigere Strecke Kall-Hellenthal, wo nur 16 Millionen Mark investiert werden müssten. 

Fahrbetriebsförderung 

Inzwischen liegen andere Gutachten mit realistischeren Zahlen vor, und vor
allem gibt es eine neue Förderpraxis: Entweder werden die Herstellung der Trasse und die Anschaffung des Fuhrparks bezuschusst, oder der spätere Fahrbetrieb. Mit der Fahrbetriebsförderung würde sich die Bördebahn auch für die DKB rechnen, erklärte Wolfgang Müller vom "Arbeitskreis Eifelbahnen" gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Geklärt werden muss noch der Verkaufspreis der Strecke, die sich nach wie vor im Eigentum der DB-AG befindet. Im Gespräch ist ein Preis von etwa 3,6 Millionen Mark. Für die Herrichtung der Strecke sind gut 30 Millionen Mark erforderlich. Die DKB favorisiert laut Müller die Betriebskosten-Förderung. Im Gespräch sind 15 Mark pro gefahrenem Kilometer, was bei angepeilten 460 000 Jahreskilometern - hochgerechnet auf eine 15-jährige Vertragslaufzeit - eine Gesamt-Landesförderung von rund 103 Millionen Mark bedeuten würde. Details müssen jedoch noch geklärt werden, zumal auch eine
Anschubfinanzierung mit Euregio-Mitteln denkbar wäre. 

33 Minuten bis Düren 

Wenn sich keine unerwarteten Hindernisse ergeben und alle politischen Beschlüsse zügig getroffen werden, dann könnte der erste Zug bereits 2004 auf die 30 Kilometer lange Strecke gehen. Damit würde sich die bisher 55 Minuten dauernde Fahrt von Euskirchen nach Düren mit dem Schnellbus auf 33 Zugminuten verkürzen, erklärte Müller. Täglich 2250 Fahrgäste prognostiziert ein Gutachten für die Strecke, die später durchaus auch überregionale Bedeutung als Querspange zwischen der Rheinstrecke bei Bonn und der Maas-Region bekommen könnte. Bisher laufen die Züge auf dieser Achse über den hoch belasteten Eisenbahn-Knotenpunkt Köln. 

Die DKB hat laut Müller die Absicht, zunächst die kostengünstigen Züge vom
Typ "Regio-Sprinter" einzusetzen. Doch bevor der erste Zug rollt, müssen die beiden Verkehrsverbünde Rhein-Sieg für den Kreis Euskirchen und Aachener Verkehrsverbund für den Kreis Düren auf Weisung der beiden Kreise den Antrag zur Wiederinbetriebnahme der Bördebahn stellen.

Politisch gibt es auf breiter Front "grünes Licht" für das Projekt. Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn: "Wir haben einen einhelligen Beschluss, wir sind grundsätzlich für die Bördebahn, wobei möglichst keine Kosten auf den Kreis zukommen sollten." Innerhalb von zwei Jahren, so Spelthahn, könnten alle notwendigen Beschlüsse im Kreistag und im Aufsichtsrat der DKB gefasst werden. 

Angebot der Bahn AG 

Der Euskirchener Landrat hatte in der vergangenen Woche ebenfalls ein Gespräch mit der DB über die Bördebahn. Rosenke: "Es kann doch eigentlich nicht sein, dass die Deutsche Bahn Köln-Aachen und Köln-Trier betreibt, und dazwischen fährt ein Fremder." Inzwischen habe er "von den zuständigen Herren ein Angebot bekommen". Zudem habe auch die "Pregnitzer Eisenbahngesellschaft" ihr Interesse bekundet. 

Womöglich, so Rosenke, käme die Bördebahn auch für ein Pilotprojekt zum Test des Zweiwege-Fahrzeuges in Frage, das sowohl auf der Schiene als auch auf der Straße fahren kann. Der Fahrzeug-Hersteller habe festgestellt, dass die Bördebahn für einen
solchen Test am besten geeignet sei. Insgesamt soll es nach bisheriger Planung elf Haltepunkte an der Strecke geben. Ganz neu wäre dabei die Haltestelle "Euskirchen-West", die an der Kirschenallee in der Nähe des "Marktkauf" entstehen soll. 

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger  vom 09.05.2001 (Internet).


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Hoffnungsschimmer: In drei Jahren wieder Bahnverkehr?
Reaktivierung der Strecke Euskirchen - Düren doch noch möglich

Euskirchen (fr). Bereits in zwei oder drei Jahren könnte der Schienenverkehr zwischen Euskirchen und Düren wieder rollen, sprich die sogenannte Bördebahn reaktiviert werden - ein Lichtblick, der vor allem die Vertreter der Interessengemeinschaft Bördebahn positiv stimmte. "Bis zum Beginn der ersten konkreten Ausbaumaßnahmen bleiben zwar noch einige Details zu klären", war im Rahmen einer von der SPD veranstalteten Expertenrunde zu vernehmen, jedoch stünden die Chancen derzeit äußerst gut. So scheint sie endlich in greifbare Nähe zu rücken, die lang umkämpfte Reaktivierung der Bahnstrecke, gab doch auch das von Alfred Berrisch (Dürener Kreisbahn) vorgestellte Reaktivierungskonzept Grund zur Hoffnung. Berrisch verdeutlichte konkret zwei Ausbaustufen:

So zählt neben der Wiederherstellung der Befahrbarkeit des vorhandenen Schienennetzes die Anpassung der vorhandenen Bahnübergänge in technischer Hinsicht sowie die Errichtung von Haltepunkten zum ersten Schritt. Ein langfristig auf 15 Jahre angesetzter Vertrag mit dem Verkehrsverbund Rhein Sieg sowie dem Aachener Verkehrsverbund soll darüber hinaus die Finanzierung ermöglichen, hat sich das Land auf der Basis dieses Vertrages doch positiv zu einer Reaktivierung dieser Strecke geäußert.

So war in der Expertenrunde von einem Betriebskostenzuschuss von 15 Mark pro Zugkilometer die Rede, sprich einer auf 15 Jahre hoch gerechneten Gesamtsumme'von rund 103 Millionen Mark - 36 Millionen Mark werden nach derzeitigem Stand die Investitionskosten in Anspruch nehmen, die restliche Summe bezieht sich auf die laufenden Betriebskosten.

In der zweiten Ausbaustufe beabsichtigt man von Seiten der Dürener Kreisbahn vor allem, die technische Ausstattung aller Bahnübergänge in Angriff zu nehmen - Maßnahmen zur Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer fallen beispielsweise unter diese Rubrik.

Insgesamt sind laut Berrisch neben Euskirchen und Düren 11 weitere Haltepunkte geplant (Euskirchen-West, Elsig, Dürscheven, Ülpenich, Nemmenich, Zülpich, Vettweiß, Jakobwüllesheim, Rommelsheim, Binsfeld, Distelrath) - jeder dieser Haltepunkte soll nach dem Vorbild der Rurtalbahn mit einem behindertengerechten Zugang und einer Bike & Ride Anlage ausgestattet werden.

Hinsichtlich der Fahrplangestaltung ließen die Verantwortlichen verlauten, dass zunächst eine Befahrung der Strecke im Stundentakt geplant sei - zu den Hauptverkehrszeiten wird die Fahrt auf dieser Strecke auch halbstündig möglich sein. Die reine Fahrtzeit schätzt man übrigens auf nicht unter 30 Minuten, so dass momentan eine Zeit von 34 bis 36 als realistisch erscheint und demnach angestrebt wird.

2 Fotos:

Mit Sonder- und Nostalgiefahrten kämpft der Arbeitskreis Bördebahn seit Jahren für eine Reaktivierung der Strecke von Euskirchen nach Düren. Foto: Jürgen Wölfer

Verkommen und verrottet, Bauwerke entlang der Gleise, die Bahn steht auf der Strecke Euskirchen - Düren längst auf dem Abstellgleis. Wie lange noch?

Quelle: Blickpunkt am Sonntag vom 08.04.2001, S. 1 und 5.


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Ausbau des Schienenverkehrs
Gute Chancen für die Bördebahn

Von Joachim Sprothen

Kreis Euskirchen - Jetzt fehlt nur noch eine "Kleinigkeit": Beim Ministerium für Mittelstand, Energie und Verkehr müssen Fördermittel des Landes in Höhe von insgesamt 105 Millionen Mark locker gemacht werden. Bei einem positiven Bescheid könnten in etwa drei bis fünf Jahren wieder die Personenzüge auf der Bördebahn-Strecke rollen, auf der zuletzt 1984 Reisende von Euskirchen nach Düren befördert wurden.

Die Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, dass die "Bördebahn" wieder reaktiviert wird. Gespräche von Vertretern der Dürener Kreisbahn mit dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Landtag, Peter Eichenseher, und dessen SPD-Kollegen Hans Günter Hafke verliefen gestern in Düsseldorf jedenfalls durchaus positiv. Eichenseher und der Euskirchener Wolfgang Müller vom Arbeitskreis Eifelbahnen, der auch an der Unterredung teilnahm, sagten gestern dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Es sieht derzeit so aus, als würden die Signale auf Grün stehen." 

Die Grünen und die SPD würden das Projekt ausdrücklich begrüßen, betonte Eichenseher. Was die Aussichten auf die Wiederbelebung der Bördebahn natürlich erheblich steigert. Schließlich bilden diese beiden Parteien die Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen. Vorgespräche mit dem Verkehrsministerium seien ebenfalls vielversprechend verlaufen, so Eichenseher: "Von politischer Seite wurden positive Zeichen gesetzt, vom Ministerium ebenfalls." 

Dass die SPD bei der Bördebahn mitziehen wird, ist auch nach einem von den Genossen der Kreistagsfraktion organisierten "Werkstatt-Gespräch" im Sitzungssaal des Euskirchener Kreishauses höchstwahrscheinlich. Der bereits erwähnte Landtagsabgeordnete Hafke hatte am Dienstag den Moderator abgegeben und Manfred Bausch von der Regio Aachen, Wolfgang Müller vom Arbeitskreis Eifelbahnen, Alfred Berrisch und Herbert Häner als Vertreter der Dürener Kreisbahn sowie Hansbert Schruff vom Arbeitskreis Bördebahn am Podiumstisch um sich geschart.

Einhellige Meinung 

Die Meinung dieser Diskutanten war eindeutig: Die Bördebahn muss reaktiviert werden. Sollte, wie Berrisch meinte, "im nächsten Jahr die Reaktivierung der Strecke Kall-Hellenthal anstehen", wäre nämlich die rund 30 Kilometer lange Trasse der Bördebahn die einzige Lücke im schienenbetriebenen Netz des ÖPNV in und um den Kreis Euskirchen.

Für die Tourismusförderung und den zunehmenden Pendlerverkehr sei ein Lückenschluss von "hoher Bedeutung", hieß es übereinstimmend aus der Expertenrunde. Schruff vom Arbeitskreis Bördebahn meinte jedenfalls: "Angesichts dieser Vorteile ist es unverständlich, dass sich der Dürener Kreistag nur unter der Bedingung für die Bördebahn ausgesprochen hat, dass sie nichts kostet."

Erst im Januar fiel im Nachbarkreis diese Entscheidung. Der Kreistag Euskirchen hatte sich bereits im Dezember 1999 für die Reaktivierung der Bördebahn ausgesprochen. Nur die FDP stimmte damals im Kreistag dagegen. Deren Bedenken, dass die Bördebahn zwischen Euskirchen und Düren Verluste einfahre, teilte bei dem "Werkstatt-Gespräch" im Kreishaus allerdings niemand. Müller hatte berechnet, dass die Bahn bereits ab 1000 Kunden pro Tag ihre Kosten einfahren würde. Und Berrisch und Häner hatten sogar ein Gutachten zur Hand, das von täglich 2250 Fahrgästen ausgeht. 

Die Dürener Kreisbahn, die als GmbH privatrechtlich organisiert ist, zeigt jedenfalls großes Interesse daran, der bisherigen Eigentümerin "DB-Netz" die Schienentrasse abzukaufen. Als Bewerberin um die Lizenz für den späteren Fahrbetrieb sieht sie sich sogar in Konkurrenz zu mehreren privaten Konkurrenten. Denn in "15 Jahren wollen wir mit der Strecke schwarze Zahlen schreiben", so Häner. 

Notwendig dafür sei aber eine Art Anschubfinanzierung durch das Land für die Zeit dieser anfänglichen Durststrecke. Die Höhe der Investitionskosten für den Grunderwerb, die Sanierung der Gleise und der insgesamt 25 Bahnübergänge belaufe sich auf rund 36 Millionen Mark. Der Differenzbetrag zu der als Zuschuss angestrebten Summe von 105 Millionen ergebe sich aus den zunächst defizitären Betriebskosten.

Elf Haltestellen 

Die Plangenehmigungsverfahren für die 25 Bahnübergänge und die elf Bushaltestellen ähnlichen Stationen (im Kreis Euskirchen sollen mit Zügen der Dürener Kreisbahn zunächst im Halbstundentakt Zülpich, Nemmenich, Ülpenich, Dürscheven, Elsig, die Ecke Kirschallee/Georgstraße in Euskirchen sowie der Bahnhof der Kreisstadt angesteuert werden) würden bei der Bezirksregierung in Köln wohl ein bis zwei Jahre dauern.

In drei bis fünf Jahren seien dann voraussichtlich die Bauarbeiten beendet und der erste Personenzug könne auf der Bördebahn wieder rollen, prognostiziert Häner.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 29.03.2001 (Internet).


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"In zwei bis drei Jahren könnte die Strecke reaktiviert sein"
Grünes Signal für Bördebahn

Von Michael Schwarz

Kreis Euskirchen. Der jahrelange Kampf des Arbeitskreises "Bördebahn" dürfte bald Früchte tragen: "Die Signale für die Reaktivierung der Bahnstrecke Euskirchen-Düren stehen auf Grün", freute sich gestern Mittag der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Peter Eichenseher: "Ich denke in zwei bis drei Jahren ist das Ding reaktiviert." 

Grund für so viel Optimismus gab dem Grünen zuvor ein Gespräch im Landesverkehrsministerium, an dem unter anderem auch Vertreter der Dürener Kreisbahn (DKB) als voraussichtlicher Betreiber, die Dürener Landtagsabgeordneten Hans Günter Hafke (SPD), Sybille Haußmann (Grüne) und der Euskirchener Wolfgang Müller vom Arbeitskreis "Eifelbahnen" teilnahmen. SPD-MdL Hafke teilte anschließend den Optimismus seines grünen Kollegen: "Es ist einmütiges Ziel, die Strecke zu reaktivieren." 

Gleichwohl müssten die Details noch geklärt werden: So stünden noch Verhandlungen zwischen der Dürener Kreisbahn mit der Deutschen Bahn AG über den Ankauf der rund 30 Kilometer langen Schienenstrecke zwischen den beiden Mittelzentren an: Die Summe von 3,5 Millionen Mark sei im Gespräch, verlautete aus gut informierten Kreisen. 

Das allerdings wäre noch ein kleiner Posten im Vergleich zu den rund 36 Millionen Mark Investitionskosten und den dann laufenden Betriebsaufwendungen. Wie sich das Land daran beteiligt, steht noch nicht fest. 

103 Mio. Mark vom Land? 

Bei einem Experten-Gespräch auf Einladung der Euskirchener SPD-Kreistagsfraktion war am Dienstagabend von einem Betriebskostenzuschuss von 15 Mark pro gefahrenen Kilometer im Jahr auf eine Vertragsdauer von 15 Jahren die Rede - macht also bei geplanten 460.000 Jahreskilometern rund 103 Millionen Mark. 

"Ob das so kommen wird, ist aber noch offen", so Hafke gestern. Möglich, dass auch die Euregio Rhein-Maas sich mit einer Anschubfinanzierung beteiligt. Doch der politische Wille der Landesregierung sei eindeutig pro Bördebahn. Schließlich werden laut Gutachten täglich rund 2250 Fahrgäste erwartet. 

Es müssten nun der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Aachener Verkehrsverbund (AAV) als Auftraggeber auftreten. Wer dann die Bahn betreiben wird, ist zwar noch offen, doch die Dürener Kreisbahn habe nach Aussagen ihres Mitarbeiters Herbert Häner "ein großes Interesse". Die Dürener gelten im politischen Raum auch als großer Favorit. "Sie sind natürlich in der Lage, das günstigste Angebot zu machen", so MdL Eichenseher. 

Welche Bedeutung die Bördebahn haben würde, machten ihre Fürsprecher in der SPD-Veranstaltung nochmals deutlich. Wolfgang Müller stellte heraus, dass durch die Reaktivierung zwei Schienennetze verbunden würden, dass der Zugweg von der Eifel nach Düren nicht mehr den beschwerlichen und teuren Weg über Köln machen müsste. 

30 Minuten-Takt zwischen den Zentren 

"Der Tourismus in der Eifel aus dem belgisch-niederländischen Raum würde belebt werden", so Müller, und die wirtschaftliche Infrastruktur würde gestärkt: "Wenn BMW nach Euskirchen kommen sollte, wäre eine bessere Anbindung nach Aachen (über Düren, d Red.) sehr wichtig." 

Wie Herbert Häner von der DKB erklärte, würde die Fahrt von Düren nach Euskirchen beziehungsweise umgekehrt rund 33 Minuten dauern. Kreuzungseinrichtungen an den Stationen Nemmenich und Rommelsheim machten darüber hinaus einen 30-Minuten-Takt möglich, der zu den Zeiten der Berufspendlerströme eingerichtet werden soll. 

Angefahren werden sollen Düren, Distelrath, Binsfeld, Rommelsheim, Jakobwüllesheim, Vettweiß, Zülpich, Nemmenich, Ülpenich, Dürscheven (die letzten beiden werden wegen der Topografie wohl erst später eingerichtet), Elsig, Euskirchen-West und Euskirchen. Die bequeme Anbindungen in Euskirchen an die Züge nach Köln und Bonn oder Gerolstein, Trier und Saarbrücken sei somit gewährleistet. Die Fahrzeit zwischen Euskirchen und Düren wäre somit weitaus kürzer als die 55 Minuten, die derzeit noch der Schnellbus von Euskirchen nach Düren braucht. 

Quelle: Kölnische Rundschau vom 29.03.2001 (Internet).


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Bördebahn
Reaktivierung auch in Düren erwünscht

sch Kreis Euskirchen - Die Reaktivierung der Bördebahn zwischen Euskirchen und Düren ist ein gutes Stück realistischer geworden. Jedenfalls hat der Dürener Kreisausschuss, der einer Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie bisher eher zurückhaltend gegenüberstand, sich am Dienstag einstimmig für einen Antrag der Grünen entschieden, nun doch die Reaktivierung anzustreben.

Nun soll gemeinsam mit dem Kreis Euskirchen ein Antrag auf Aufnahme in den Ausbauplan des Landes gestellt und mit der Bahn über die Übernahme der Strecke verhandelt werden.

Den Antrag an das Land habe der Kreis Euskirchen bereits gestellt, erklärte Kreispressesprecher Walter Thomaßen. Wenn der Kreis Düren diesen Antrag nun doch unterstütze, sei das natürlich hoch willkommen. Wegen der Übernahme der Strecke habe man aber noch nicht mit der Bahn verhandelt.

Privatfirmen

Das könnte sich möglicherweise auch erübrigen, denn für den Sinneswandel in Düren macht Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer das offenkundige Interesse der Privatfirmen Taeter und Connex an der Bördebahn verantwortlich.

Taeter ist ein großes Aachener Busunternehmen, das etwa zur Hälfte dem französischen Konzern Connex gehört. Die Aachener Firma gründet gerade gemeinsam mit der Dürener Kreisbahn ein Unternehmen zum Betrieb von Buslinien, das aber auch in den Betrieb von Eisenbahnstrecken einsteigen will.

Die Tatsache, dass Privatfirmen Interesse an der Bördebahn zeigen, habe wohl den Umdenkungsprozess im Dürener Kreishaus beflügelt, meinte Krischer. Zudem habe sich inzwischen herausgestellt, dass die ersten Kostenschätzungen von 150 Millionen Mark für die Streckensanierung total überhöht waren. 50 Millionen würden reichen, die Strecke für schnelle Nahverkehrszüge auszubauen, die deutlich über 100 Stundenkilometer schnell fahren.

Die Sanierungskosten für die Gleise würden weitgehend vom Land übernommen. Wenn Euskirchen und Düren sich das Geld durch die Lappen gehen ließen, so Krischer, würden mit den 50 Millionen halt "ein paar hundert Meter U-Bahn" im Ballungsraum gebaut.

Die Kreisbahn habe bereits kalkuliert, dass sie auf dem sanierten Gleis kostendeckend fahren kann. Vor allem, wenn die Züge nicht bloß zwischen Düren und Euskirchen pendeln, sondern auch Bonn mit Aachen verbinden.

Auch für den Güterverkehr sei die Strecke interessant, denn zwischen Düren und Köln seien die Gleise derart überlastet, dass Güterzüge oft stundenlang warten müssten, ehe sie weiterfahren könnten.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 26.01.2001 (Internet).


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Einmütig, wenn die Kosten niedrig bleiben
Auch Kreis Düren will Bahn beleben

bz/jg Euskirchen/Düren. Nun will auch der Kreis Düren die Reaktivierung der Bahnstrecke Euskirchen-Zülpich-Düren zusammen mit dem Kreis Euskirchen beim Land beantragen. Das bestätigte gestern Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn nach einer Sitzung des Kreisausschusses.

Spelthahn kündigte im Kreisausschuss an, bis Mai verschiedene Modelle für den Betrieb der Bahn vorzulegen. Mit dem von einem französischen Konzern gestützten Unternehmen "Taeter" habe man einen finanzstarken Investor gefunden, der die Reaktivierung der Bördebahn ermögliche.

CDU und FDP, so Spelthahn, hätten ihre Zustimmung an die Bedingung geknüpft, dass die Bahn kostenneutral für den Kreis eingerichtet wird. Die Grünen machten keine Kostenaussage, die SPD wolle die Konzepte abwarten. "Alle sind sich aber einig, dass die finanzielle Belastung ganz niedrig für den Bürger ausfallen muss", so Spelthahn.

Dass die Reaktivierung 150 Millionen Mark kosten soll, wie ein Gutachter aussagte, bezweifelt Landrat Günter Rosenke in Euskirchen mit der Feststellung: "Die Hälfte tut es auch." Rosenke verweist gleichzeitig auf das starke Interesse von Rhein-Sieg-Kreis und Kreis Daun an einer Wiederbelebung der Strecke bis Aachen. Eine spätere Durchbindung von Aachen nach Bonn könnte eine früher erfolgreiche Zugverbindung aufleben lassen.

In seiner jüngsten Arbeitskonferenz am 9. Januar hatte Landrat Rosenke auch Gründe für die heute günstigere Finanzierung aufgezeigt. Nicht alle beim Land zur Reaktivierung angemeldeten Regionalstrecken hätten sich als realisierbar erwiesen, dadurch sei der Zuschusstopf des Landes noch nicht ausgeschöpft. Die Landesregierung habe außerdem neben Beihilfen für den Streckenausbau auch eine Beteiligung an den Betriebskosten angeboten.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 24.01.2001 (Internet).
 


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Gleisumbau in Zülpich

Demnächst wird es in Zülpich weiter gehen. Die Massnahmen waren ja wegen versagter Mittel vorübergehend eingestellt worden. Die Weichen werden z.Z. auf dem stillgelegten Gleis 1 montiert und jetzt als Neustoffe eingebaut. Endgültige Einbautermine werden noch festgelegt. Die Strecke in Richtung Düren wird wohl nicht mehr angebunden.

Stefan