[last update: 10.11.2001]

Strecke Euskirchen - Bonn



Strecke Euskirchen - Bonn

2001 [<<< Übersicht]

08.11.2001 Schienenersatzverkehr zwischen Rheinbach und Euskirchen (GA)
06.11.2001 Bonn-Duisdorf: Bahnhof wird erst Ende 2003 zweigleisig (GA)
31.08.2001 Bonn-Duisdorf: Bahnhof wird bis 2002 zweigleisig (GA)
18.10.2001 Kuchenheim/Odendorf: Tod am Bahnübergang: Zug erfasst Auto (KRU)
17.10.2001 Kuchenheim/Odendorf: Zug schleifte Auto 120 Meter weit mit (GA)
04.10.2001 Tod auf dem Gleis: Züge hatten Verspätung (?)
24.08.2001 Odendorf: Bombensuche legt Zugverkehr lahm (GA)
19.06.2001 Rheinbach: Sicherheit an Bahnübergängen (KSTA)
13.06.2001 Rheinbach: Tödlich verletzt nach Kollision mit Zug (KSTA)
13.06.2001 Rheinbach: 55-Jähriger Rheinbacher tödlich verletzt (KR)
12.06.2001 Witterschlick: Privatmann will Bahnhof kaufen (GA)
12.06.2001 Rheinbach: Autofahrer kam bei Kollison mit Zug ums Leben (GA)
31.05.2001 Ausbau der Strecke Bonn - Euskirchen (GA)
23.04.2001 Meckenheim: Umgestaltung des Bahnhofareals (GA)
23.04.2001 Weidesheim: Schwerer Unfall auf Bahnübergang (GA)
23.04.2001 Weidesheim: Unfall (+ Kommentar) (KSTA)
09.04.2001 Witterschlick: Gleiserneuerung (GA)
03.04.2001 Rheinbach: Abholzaktion (GA)
29.01.2001 Preiserhöhung ist noch nicht beschlossen (GA)


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Am Sonntag werden alle Züge durch Busse ersetzt 
Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs auf der Strecke Bonn - Rheinbach - Euskirchen 

Rheinbach/ Euskirchen. (wom) Auf der Bahnstrecke Bonn-Rheinbach-Euskirchen 
kommt es am Sonntag, 11. November, letztmals zu Beeinträchtigungen des 
Bahnverkehrs. Im Zuge der Beendigung der Bauarbeiten werden wegen 
Gleisarbeiten alle Züge zwischen Rheinbach und Euskirchen durch Busse 
ersetzt. 

Zwischen Bonn und Rheinbach fahren die Züge in beiden Richtungen im 
30-Minuten-Takt. Auf der Strecke zwischen Rheinbach und Euskirchen fahren 
dann Busse ebenfalls alle 30 Minuten mit Halt an den Bahnhöfen Odendorf, 
Kuchenheim und Zuckerfabrik. Dies gilt auch für die Gegenrichtung. 

Die Reisezeit zwischen Bonn und Euskirchen verlängert sich dadurch um 30 
Minuten. Die Bahn empfiehlt daher allen Pendlern, die in Bonn oder 
Euskirchen Anschlüsse erreichen möchten, die Fahrten eine halbe Stunde 
früher anzutreten. 

Quelle: GA vom 08.11.2001.


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Der Bahnhof wird erst Ende 2003 zweigleisig 

"Bautechnische Umstände" verzögern die Arbeiten am Bahnhof Duisdorf um ein 
weiteres Jahr - Unterführung ohne Rampe oder Aufzug 

Von Florian Ludwig 

Duisdorf. Die Freude war Bezirksvorsteher Gerhard Lorth am Montag ins 
Gesicht geschrieben. Auf seinem morgendlichen Dienstweg hatte er am Bahnhof 
Duisdorf einen Bagger erblickt und sofort an den Start zum zweigleisigen 
Ausbau gedacht. Glücklich verkündete er seine Beobachtung bei der 
Pressekonferenz und verknüpfte das mit der Bitte an die Bahn AG, einen 
genauen Zeitplan vorzulegen. 

Hätte er den neuen Zeitplan schon gekannt, wäre er wahrscheinlich nicht so 
fröhlich gewesen. Denn der Baubeginn verzögert sich erneut - um ein ganzes 
Jahr. "Erst Anfang 2003 ist Baubeginn", bestätigte am Dienstag Bahnsprecher 
Torsten Nehring auf GA-Anfrage. Voraussichtlich Ende 2003 werde der 
Bahnhofsausbau fertig sein. Die Begründung für die Verzögerung fällt kurz 
und knapp aus: "Bautechnische Umstände". 

Damit ändert die Bahn zum dritten Mal ihren Zeitplan: Ursprünglich sollten 
sich die Nahverkehrszüge Mitte 2000 im Bahnhof begegnen können, dann sollten 
die Arbeiten Ende 2002 abgeschlossen sein. Konfrontiert mit dieser 
Neuigkeit, reagierte Lorth am Dienstagabend entsprechend sauer. "Wenn das so 
ist, gibt es Ärger mit Bahn." Er will die Bahn AG nun schriftlich 
auffordern, einen genauen Zeitplan anzugeben. Kleine Mängel hatte Lorth aber 
schon am Montag an einem Teil der Bahnhofsplanung gesehen. 

"Die mobilitätsgerechte Rampe und die Aufzüge kommen nicht", sagte er. "Das 
kann man bedauern, ist aber erträglich." Zum Hintergrund: Zum zweigleisigen 
Ausbau des Duisdorfer Haltepunkts gehört auch eine Unterführung, die dem 
Bahnkunden den Weg vom einen zum anderen Gleis verkürzen soll. Den Kürzeren 
ziehen jetzt aber Menschen mit eingeschränkter Mobilität, wie beispielsweise 
Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen - denn weder die Stadt noch die 
Bahn planen eine Rampe zur Unterführung. 

Stattdessen werden Behinderte den Umweg über den Bahnübergang an der 
Bahnhofstraße nehmen müssen. Das sei aber nicht so schlimm, meint Lorth, 
auch eine langsam ansteigende Rampe würde schon fast am Bahnübergang 
beginnen. Da gibt ihm Wolfgang Siebert Recht. Der Vorsitzende der 
Behindertengemeinschaft Bonn meint ebenfalls, Behinderte könnten den Umweg 
in Kauf nehmen. Wenn das Einsparen der behindertengerechten Rampe 
kostengünstiger sei, "dann muss man das akzeptieren." Freilich räumt er ein, 
dass diese Benachteiligung gegen die Chancengleichheit verstoße. 

Die Bahn AG fühlt sich laut Nehring lediglich dazu verpflichtet, einen 
barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen zu schaffen. Alles, was darüber 
hinaus gehe, müsse die jeweilige Kommune übernehmen, so Nehring. Aufs Tempo 
drücken will Lorth beim Thema Park & Ride-Plätze an der Ladestraße, zwischen 
Bahngleis und den Hellweg- und Chrysant-Märkten. "Seit 1987 diskutieren wir 
darüber, die Planung ist beschlossen und mit den Anliegern abgestimmt." 
Jetzt müsse schnellstens ein Weg gefunden werden, die Planung umzusetzen. 

Die Stadt müsse entsprechende Fördermittel beantragen und endlich mit dem 
Bau anfangen. 50 weitere Parkplätze sollen an der Ladestraße entstehen. 
Berufspendler können dann am Bahnhof ihr Auto abstellen und mit der Bahn 
weiterfahren. "Es gibt ein großes Umsteiger-Potenzial am Bahnhof - auch im 
Hinblick auf ein Verkehrsleitsystem, das für ganz Bonn kommen soll", so 
Lorth. 

Quelle: GA-Bonn vom 06.11.2001.


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Der Bahnhof wird bis Ende 2002 zweigleisig 

Die Bahn AG will noch in diesem Jahr mit dem Umbau in Duisdorf beginnen, der 
den Fahrgästen mehr Bequemlichkeit und Zeitersparnis bringen soll - Stadt 
hat Pläne für eine Bahnhofshalle 

Von Florian Ludwig 

Duisdorf. Rund 778 000 Menschen benutzen ihn jährlich, an jedem Werktag 
steigen 3 500 bis 3 600 Fahrgäste aus und ein - der Duisdorfer Bahnhof ist 
klein, aber oho. Die Bedeutung des Haltepunkts der DB-Linie 33 
Bonn-Euskirchen sieht man auch bei der Deutschen Bahn AG, so Torsten 
Nehring, Pressesprecher der DB in Düsseldorf. Nun investiert die Bahn 2,8 
Millionen Mark in seinen zweigleisigen Ausbau. Er soll voraussichtlich noch 
in diesem Herbst beginnen. 

Immer wieder verzögerte sich der Baubeginn, ursprünglich sollte die 
Bahnhoferweiterung schon Mitte vergangenen Jahres fertig sein. Jetzt hat das 
Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsbeschluss gefasst und damit den 
Startschuss gegeben. Ende kommenden Jahres werden sich im Duisdorfer Bahnhof 
zwei Züge begegnen können. 

Vorteil: Lästige Wartezeiten der Züge auf dem Meßdorfer Feld fallen weg, 
weil der entgegenkommende Zug die Einfahrt in den Bahnhof nicht mehr 
blockiert. So verkürzt sich die Fahrtzeit in den Hauptverkehrszeiten. 

Geplant sind der Bau eines zweiten Gleises und eines zweiten Bahnsteigs, der 
- wie der alte - 165 Meter lang werden soll. Der bestehende Bahnsteig wird 
angehoben, so dass ein ebenerdiger Einstieg in die modernen 
Talent-Dieseltriebwagen möglich ist. Eine Fußgänger-Unterführung, die die 
Bahnsteige verbindet, wird ebenfalls von der Bahn AG gebaut und finanziert. 

Eine Rampe, die den Zugang zur Unterführung für Behinderte ermöglicht, ist 
laut Nehring zwar geplant, wird aber nicht von der Bahn realisiert. Sie zu 
bauen sei wohl Sache der Stadt und werde nach seiner Einschätzung in "fünf 
Jahren plus x" umgesetzt. Auch die Zweiteilung der Bahnsteige bewirkt laut 
Nehring eine Verkürzung der Fahrtzeit: Die Züge könnten mit höherer 
Geschwindigkeit als bei einem Mittelbahnsteig in den Bahnhof einfahren und 
so die Fahrgäste schneller abfertigen. "Es sind vielleicht nur 30 Sekunden, 
aber das lohnt sich." 

Die nächste Umgestaltungsphase liegt dann in den Händen der Stadt Bonn. Das 
Stadtplanungsamt hat fertige Pläne für eine Bahnhofshalle in der Schublade, 
die es schon im vergangenen Jahr der Bezikrsvertretung Hardtberg 
präsentierte. Sie sehen eine Vollüberdachung der Gleise vor. Die Kosten von 
1,8 Millionen Mark müsste allerdings die Stadt tragen. 

"Die Pläne werden weiter verfolgt, stehen allerdings im Augenblick hinter 
den Planungen zur Stadtbahnlinie 13 zurück", sagte Manfred Donges vom 
Stadtplanungsamt auf GA-Anfrage. Darüber hinaus müsse man noch mit der Bahn 
verhandeln, zum Beispiel darüber, wer später das Bahnhofsgebäude wartet und 
pflegt. "Es ist nicht automatisch so, dass wir das Ding bauen und dann 
übernimmt die Bahn alles weitere." 

Quelle: GA-Bonn vom 31.08.2001.


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Unfall auf der B 56
Tod am Bahnübergang: Zug erfasst Auto

Von Michael Schwarz

Kuchenheim/Odendorf. Hatte die 74-Jährige das rote Signal nicht gesehen?
Hatte die Monschauerin es so eilig, dass sie schnell noch versuchte, den
Bahnübergang zu überqueren, obwohl sich die Halbschranke bereits senkte?
Fragen, die wohl nie vollständig beantwortet werden. Denn die Autofahrerin,
die gestern Morgen um 9.08 Uhr die Schienen auf der Strecke zwischen
Kuchenheim und Odendorf passieren wollte, und dabei von einem Zug erfasst
wurde, war auf der Stelle tot. 

Von einem Zug des Typs "Talent" erfasst, wurde sie in ihrem Wagen noch rund
120 Meter weiter über die Schienen geschleift, bevor ihr Auto total zerstört
zum Stillstand kam. Wie konnte es zu dem Unglück kommen? 

Laut Deutscher Bahn AG habe die Frau trotz der blinkenden Signale noch Gas
gegeben, um die Gleise zu überqueren. Erst als sie gemerkt habe, dass die
Schranke sich senkte, sei sie in die Bremsen gestiegen. Doch kurz darauf
fiel die Schranke auf das Auto, wenig später sei sie dann von dem Zug
erfasst worden. 

Davon bekamen die rund 50 Fahrgäste des "Talents" Nr. 11717, der planmäßig
um 9.01 Uhr in Euskirchen abfuhr und um 9.37 Uhr in Bonn ankommen sollte,
nicht viel mit. 

Unter ihnen war auch der ehemalige Chef der Kreissparkasse Euskirchen, Hans
Bösch: "Es gab einen Bumms. Wir wussten aber erst nicht, was los war. Dann
kam die Durchsage des Zugführers: Es habe einen Unfall mit Personenschaden
gegeben, ob Ärzte im Zug seien." Zusammen mit den anderen Fahrgästen wartete
Bösch nach dem Unfall auf einen Bus, den die Deutsche Bahn AG einsetzte, um
die Passagiere an den gewünschten Zielort zu bringen. 

Während für die Autofahrerin jede Hilfe zu spät kam, kümmerten sich die
Notdienste aus den Kreisen Euskirchen und Rhein-Sieg um den Lokführer. "Er
hat einen Schock erlitten", erklärte gestern DB-Pressesprecher Manfred
Ziegerath. 

Für solche Fälle habe das Unternehmen eigens einen Psychologischen Dienst,
was allein schon wegen der zahlreichen Selbstmorde und Selbstmordversuche
auf Schienen nötig sei: "Das wahre Opfer ist dann immer der Zugführer", so
Ziegerath. Nicht weniger als drei Personen begingen statistisch jeden Tag
auf den Schienen in Deutschland Selbstmord, so der Bahnsprecher. "Im August
waren es allein in Nordrhein-Westfalen 29, im September 25 und in den ersten
Oktobertagen zirka 15." 

Doch für ein solches Vorhaben gibt es beim gestrigen Unglück keine
Anhaltspunkte. "Es war ein Straßenverkehrsunfall, an dem ein Zug der
Deutschen Bahn AG beteiligt war", so Bahnsprecher Ziegerath, den Begriff
"Zugunglück" vermeide er bewusst. Auch dem Lokführer seien keine Vorwürfe zu
machen: Er sei vorschriftsmäßig an dieser Stelle nicht schneller als 100
Stundenkilometern gefahren. Die Bahnstrecke war bis 11.28 Uhr gesperrt. 

Quelle: Kölnische Rundschau vom 18.10.2001.


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Zug schleifte Auto 120 Meter weit mit

74-Jährige stirbt nach Zusammenstoß am Bahnübergang zwischen Odendorf und 
Kuchenheim - Lokführer erlitt Schock

Von Michael Hochheuser

Swisttal/Euskirchen. Tödlich verletzt wurde am Mittwoch eine 74-jährige 
Autofahrerin aus Monschau beim Zusammenstoß mit einem Personenzug auf der 
Strecke zwischen Euskirchen und Bonn. Die Frau, die aus Richtung Kuchenheim 
kam, wollte gegen 9.10 Uhr mit ihrem Wagen den Bahnübergang auf der B 56 
zwischen Kuchenheim und Odendorf überqueren.
 

Tödlich verletzt wurde eine 74-jährige Autofahrerin bei der Kollision mit 
einem Personenzug auf dem Bahnübergang zwischen Odendorf und Kuchenheim. 
Foto: Volker Lannert

Wie eine hinter ihr fahrende Zeugin, die einen Schock erlitt, aussagte, 
senkten sich die Halbschranken bereits, als die 74-Jährige auf den 
Bahnübergang fuhr. Laut Polizei hatte sie offensichtlich das Warnblinklicht 
übersehen. Eine Schranke berührte das Wagendach. "Es ist noch unklar, ob 
die Frau dann auf den Gleisen anhielt oder ihren Wagen abwürgte", so 
Andreas Nolden von der Euskirchener Polizei zum GA. Der sich nähernde Zug, 
der von Euskirchen nach Bonn unterwegs war, erfasste das Fahrzeug und 
schleifte es 120 Meter weit mit, bis er zum Stehen kam.

Einsatzkräfte der Euskirchener Polizei, der Feuerwehr und des 
Rettungsdienstes eilten zum Unfallort. Beim Eintreffen des Notarztes war 
die Frau jedoch bereits tot. Zufällig war auch ein 20-köpfiger
Dokumentationstrupp des Bundesgrenzschutzes in der Nähe, der gerade eine 
Übung machte. Die BGS-Beamten zeichneten den Unfallhergang auf, Mitarbeiter 
des Bundesamts für den Eisenbahnverkehr in Bonn untersuchten die Schranke.

"Wir haben die Funktionsfähigkeit der Eisenbahnanlage überprüft", 
erläuterte Mark Wille, Pressesprecher des Bundesamts. Es gebe zwar ein 
Warnsystem, wenn eine Schranke sich nicht schließen lasse, was bei 
heranfahrenden Zügen zur Zwangsbremsung führe - ein automatisches 
Bremssystem für Züge, wenn ein Fahrzeug eine Schranke berühre, existiere 
jedoch nicht. Unterschiedlich lang sei je nach Beschaffenheit des 
Bahnübergangs zudem die Mindestzeit, die zwischen dem Schließen der 
Schranke und dem Passieren des Zuges vergehen müsse.

Die Schranke untersuchten Mitarbeiter des Bundesamts für Eisenbahnverkehr. 
Foto: Lannert

Laut Manfred Pietschmann, Pressesprecher NRW der Deutschen Bahn, war der 
Zug mit etwa 100 Stundenkilometern unterwegs. An dem Bahnübergang zwischen 
Kuchenheim und Odendorf gebe es eine Vorblinkzeit von zwölf Sekunden, 
weitere fünf Sekunden dauere es, bis sich die Schranken schlössen, noch 
einmal zehn Sekunden, bis der Zug komme. "Manche Leute erstarren in so 
einer Situation", vermutet Pietschmann als Grund, warum die Frau ihr 
Fahrzeug nicht verließ. Allgemein seien Unfälle an Bahnübergängen 
rückläufig, die Bahn tue "alles, um Gefahrenstellen zu entschärfen". 
Pietschmann: "In 99 Prozent der Fälle sind Fehler der Verkehrsteilnehmer 
Grund für den Unfall."

1992 hatte es an der Stelle den letzten schwereren Unfall gegeben, als ein 
Zug einen Krankenwagen erfasste und dessen Fahrer schwer verletzt wurde. 
Beim Unfall am Mittwoch erlitt der Lokführer, der nicht mehr rechtzeitig 
bremsen konnte, einen Schock und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Der 
Pkw wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bonn für eine eventuelle 
technische Untersuchung sichergestellt. Die Regionalbahnstrecke, die 
während der Untersuchung für mehrere Stunden gesperrt war, wurde am Mittag 
wieder für den Verkehr freigegeben.

Quelle: General-Anzeiger vom 17.10.2001.


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Tod auf dem Gleis: Züge hatten Verspätung
36-jähriger Mann auf der Strecke von Duisdorf nach Euskirchen von Zug überrollt

Bonn. (dab) Zu Verspätungen kam es am Donnerstagmorgen im Bahnverkehr. Auf 
der Strecke Duisdorf-Euskirchen musste ein Gleis gesperrt werden. Grund: 
Ein 36-jähriger Mann war nach Angaben des Bundesgrenzschutzes von einem Zug 
überrollt und getötet worden. Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen 
handelt es sich um Selbstmord.

(04.10.2001)


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Bombensuche legt Zugverkehr lahm

Arbeiten am Odendorfer Bahnhof - Neuer Fahrplan

Swisttal-Odendorf. (ksa) Wegen Kampfmittelräumarbeiten und späteren 
Sanierungsarbeiten an der Bahnstrecke Bonn - Rheinbach - Euskirchen, die am 
Sonntag, 26. August, beginnen und bis zum 11. November andauern, gibt es 
Ausfälle im Fahrplan. Am Sonntag zwischen 5.30 und 21 Uhr ist der 
Streckenabschnitt zwischen Rheinbach und Euskirchen komplett gesperrt.

Stattdessen fahren Busse im 30-Minuten-Takt. Sie halten in den Bahnhöfen 
Rheinbach, Odendorf, Kuchenheim, Zuckerfabrik und Euskirchen. Von Montag, 
27. August, bis Sonntag, 11. November, steht im Bahnhof Odendorf nur ein 
Gleis zur Verfügung. Dies hat Konsequenzen für den Fahrplan der Deutschen 
Bahn.

So kommt es werktags zum Ausfall von zwei Zügen auf der Strecke 
Euskirchen-Rheinbach: Ab Euskirchen, 6.46 Uhr und 15.06 Uhr. Außerdem in 
Gegenrichtung von Rheinbach nach Euskirchen: Ab Rheinbach 9.27 Uhr, 18.57 
Uhr und 19.27 Uhr. Wochentags fallen zwischen Rheinbach und Euskirchen die 
Züge ab Bonn um 6.06 Uhr und 06.36 Uhr aus.

(GA 24.08.2001)


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"Erst kurz vorher wird das Signal sichtbar"

Franz Schilberg, Mitglied der AG "Sicherheit an Bahnübergängen", kritisiert 
nach dem tödlichen Unfall am Rheinbacher Bahnübergang die Ausstattung mit 
Warnbeleuchtung

Bonn. Aus Anlass des tödlichen Unfalls eines 55-jährigen Autofahrers mit 
dem Talentzug am Dienstag vergangener Woche in Rheinbach, äußert sich Franz 
Schilberg über die Sicherheitssituation an unbeschrankten Bahnübergängen 
mit Blinklicht. Schilberg ist Mitglied der AG "Sicherheit an 
Bahnübergängen", die vom Verkehrsminister Rheinland-Pfalz eingesetzt wurde. 
Der Verkehrs-Ingenieur hat sich die Unfallstelle in Rheinbach angesehen. 
Mit Schilberg sprach Jörg Manhold.
 

Schwer erkennbar ist das Warnlicht in dem Moment, wenn der Autofahrer durch 
die Rechtskurve fährt. Foto: Henry
 

General-Anzeiger. Gibt es Ihrer Meinung nach Verbesserungsmöglichkeiten für 
die Sicherheitssituation an unbeschrankten Bahnübergängen mit Blinklicht?

Franz Schilberg: Ja, das Blinklicht hat mehrere Schwächen. Erstens hat es 
Dunkelphasen. Das bedeutet: Während des Blinkens ist die rote Lampe 
abwechselnd an und aus. Wenn der Verkehrsteilnehmer nur kurz auf das Signal 
blickt und nur die Dunkelphase sieht, könnte er annehmen, er habe freie 
Durchfahrt. Zu dieser Fehleinschätzung kann es insbesondere kommen, wenn 
man kurz vorher eine Kurve durchfährt.

Denn dann ist die Aufmerksamkeit vorwiegend auf die Fahrbahn gerichtet. 
Hätte man ein durchgehendes Rotlicht, dann würde ein kurzes Hinblicken 
ausreichen. Die zweite Schwäche besteht in Folgendem: Es ist kein Gelblicht 
vorgeschaltet wie bei einer Straßenampel. Wenn der herannahende 
Verkehrsteilnehmer das Blinklicht sieht, weiß er nicht, ob es zum ersten 
oder 25. Mal blinkt.

Das kann dazu verleiten, wie bei Gelb noch schnell den Übergang zu 
passieren. Die dritte Schwäche: Viele ältere Blinklichtanlagen wie die in 
Rheinbach haben eine relativ kleine Optik von nur 14 Zentimetern 
Durchmesser, Straßenverkehrssignale dagegen haben 20 oder gar 30 
Zentimeter. Ihre Rotlichtfläche ist nur halb so groß wie die der 
20-Zentimeter-Optiken und löst entsprechend weniger "Halt"-Reflexe aus. 
Neue Blinklichtanlagen haben 20-Zentimeter-Signalgeber."

GA: Sie haben sich die Situation vor Ort angesehen, was bemängeln Sie am 
Rheinbacher Bahnübergang?

Schilberg: Bei der Annäherung aus Richtung Meckenheim kann man das Signal 
nicht sehen, weil es durch einen bewachsenen Erdhügel verdeckt wird. Erst 
kurz vor dem Bahnübergang und nach dem Durchfahren einer engen Kurve wird 
das Signal sichtbar.

Zum Zweiten fährt man bei der Annäherung aus Richtung Rheinbach vor dem 
Bahnübergang aus dem Lichtstrahl des in diese Zufahrt gerichteten 
Blinklichtes heraus.

Das rechts von der Überfahrt stehende und rechtwinklig zu den Gleisen 
ausgerichtete Blinklicht ist nur sehr schlecht einzusehen, weil es durch 
das tief herabgezogene Sonnenabschirmblech zunächst verdeckt wird und sich 
dann nicht mehr im direkten Blickfeld des Rechtsabbiegers befindet.

Deutlich besser zu sehen wäre ein zusätzliches Signal auf der linken 
Straßenseite, wie es bei signalgeregelten Straßenkreuzungen eigentlich 
immer vorzufinden ist.

GA: Was empfehlen Sie der Bahn, um die Sicherheit zu verbessern?

Schilberg: Vordringlich dort, wo der Verkehrsteilnehmer aus einer Kurve 
kommend auf ein Blinklicht zufährt ist vorzuschlagen, dass Halbschranken 
angebracht oder wenigstens das rote Blinklicht durch stehendes Rot mit 
vorgeschaltetem Gelb ersetzt werden. Bei Blinklichtanlagen mit 
14-Zentimeter-Optiken wären als Sofortlösung größere Signalgeber 
anzubringen.

In Rheinbach sollten zudem der Erdhügel in der Zufahrt aus Meckenheim 
abgetragen und auf der linken Straßenseite ein Wiederholungssignal sowie 
ein in Richtung Meckenheim leuchtendes Signal angebracht werden. Das 
entspräche dem heutigen Sicherheitsstandard. Zuallererst sollten aber die 
Läutewerke wieder in Betrieb genommen werden.

Quelle: General-Anzeiger vom 19.06.2001.


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Rheinbach
Tödlich verletzt nach Kollision mit Zug

be Rheinbach - Tödliche Verletzungen erlitt am Dienstag ein 55-jähriger Autofahrer, der an einem unbeschrankten Bahnübergang bei Rheinbach mit einem von Euskirchen kommenden Regionalzug kollidiert war.

Der Mann war gegen 11.45 Uhr nahe der Landstraße 158 auf einem Wirtschaftsweg unterwegs, der parallel zum Gleiskörper verläuft. Trotz des nahenden Zuges bog der Mann in den Bahnübergang ein. Laut Zeugenaussagen war die Signalanlage in Funktion und hatte auf Rot gestanden. 

Nach dem Zusammenstoß überschlug sich der Wagen und wurde etwa 30 Meter weit weggeschleudert. Versuche des Notarztes, das Leben des Opfers zu retten, blieben ohne Erfolg. 

Die Strecke Euskirchen in Richtung Meckenheim konnte erst gegen 15 Uhr wieder freigegeben werden. Die Leiche des Pkw-Fahrers wurde in die Gerichtsmedizin Bonn gebracht. 

Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 13.06.2001.


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55-Jähriger Rheinbacher tödlich verletzt
Fahrer flog durch die Scheibe

Marcus Bierlein

Rheinbach. Beim Zusammenprall mit einem Zug der Voreifellinie ist gestern Vormittag ein 55-Jähriger Rheinbacher tödlich verletzt worden. Der Mann wollte in den Feldern bei Rheinbach bei Rot einen unbeschrankten Bahnübergang nahe der Landstraße 158 überqueren und hatte dabei die Voreifelbahn übersehen, die sich aus Richtung Rheinbach näherte. Der Tote ist ein bekannter Rheinbacher Landwirt, der diesen Übergang genau kannte.

Thomas Heppner und Udo Zumhof, Mitarbeiter einer Bonner Autoglas-Firma, waren auf der nahen Landstraße Richtung Rheinbach unterwegs, als Zumhof nach rechts aus dem Fenster sah und den Augenblick des tödlichen Zusammenpralls beobachtete. Die schwere Limousine wurde von der Bahn erfasst und gut 30 Meter weit mitgeschleift, bevor sie nach rechts in die Böschung rutschte. Der Zug kam nach etwa 100 Metern zum Stehen, Fahrgäste berichteten, sie hätten einen Schlag gespürt.

Die beiden Zeugen fuhren sofort zur Unglücksstelle und alarmierten die Polizei. Als sie sich dem Mercedes näherten, konnten sie den Fahrer zunächst nicht entdecken.

Erst als sie die Umgebung absuchten, fanden sie den 55-Jährigen. Der Fahrer, der wahrscheinlich nicht angeschnallt war, lag regungslos im Gras. Der alarmierte Notarzt versuchte zwar noch das Leben des Mannes zu retten, konnte allerdings nur noch dessen Tod feststellen. Der Mann war durch die Windschutzscheibe seines Wagens geschleudert worden. Die Airbags in seiner Limousine waren noch geschlossen.

Wie die beiden Unfallzeugen berichteten, war die Ampel an dem unbeschrankten Bahnübergang nicht defekt; sie zeigte noch Rot, als Zumhof und Heppner an der Unfallstelle ankamen. Ein Sprecher der Bahn AG teilte gestern Nachmittag mit, auch der Lokführer, der einen Schock erlitt, habe das einwandfreie Funktionieren der Anlage bestätigt.

Die ebenfalls alarmierte Rheinbacher Feuerwehr rückte wieder ab, nachdem sie die Batterie des Unfallwagens abgeklemmt hatte, um einen Brand des Fahrzeugs zu verhindern. Auch für die Feuerwehrleute war der Tod des bekannten Rheinbacher Landwirts ein Schock. Zur Klärung des Unfalls schaltete die Bonner Staatsanwaltschaft einen Sachverständiger ein. Rund eine Stunde nach dem Unfall kreiste ein Polizeihubschrauber über der Unglücksstelle. Aus der Luft machten Beamte Fotoaufnahmen, die zur weiteren Klärung des Hergangs beitragen sollen.

Die rund 40 Fahrgäste, die zum Zeitpunkt der Kollision in dem Zug Richtung Bonn gesessen hatten, wurden mit einem Ersatzbus nach Meckenheim gebracht. Erst gegen 15 Uhr fuhren die ersten Züge auf der Strecke Euskirchen - Bo
nn wieder fahrplanmäßig. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Kölnische Rundschau vom 13.06.2001.


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Ein Privatmann will den Witterschlicker Bahnhof kaufen
Bahn führte bereits Kaufverhandlungen - Gebäude könnte unter Denkmalschutz 
gestellt werden

Von Jörg Schüren

Alfter-Witterschlick. Alle paar Minuten fahren Züge direkt am Wohnzimmer 
vorbei, und die Haustür liegt künftig neben einer Buswendeschleife sowie 
einem großen Parkplatz. Für viele wäre eine solche Wohnsituation wohl der 
Albtraum. Nicht jedoch für Michael Schüttler. Er will sich einen großen 
Wunsch erfüllen: Den Witterschlicker Bahnhof kaufen und die Wartehalle zu 
einem Wohnraum umbauen. Den Kauf des fast hundert Jahre alten Gebäudes 
macht er allerdings davon abhängig, ob der Bahnhof unter Denkmalschutz 
gestellt wird.

Das Bahnhofsgebäude in Witterschlick steht zum Verkauf. 
Foto: Wolfgang Henry

"Ich weiß nicht, ob wir die Wartehalle dann noch als Wohnraum nutzen 
können", lauten Schüttlers Bedenken. Die vorbeifahrenden Züge schrecken ihn 
hingegen nicht ab. "Das hat mich früher auch nicht gestört", erzählt der 
Witterschlicker, der schon in jungen Jahren mehr als fünf Jahre in dem 
Bahnhof gelebt hat. Mit seinen Eltern ist er vor 25 Jahren in die Wohnung 
über der Wartehalle gezogen. Seine Mutter und sein Vater wohnen auch heute 
noch dort. Eine andere Nutzung hält er deshalb für nahezu ausgeschlossen. 
"Meine Eltern ziehen nicht aus. Alte Leute soll man nicht verpflanzen", 
sagt Schüttler. Nur ein kleiner Umzug steht den Senioren bevor, falls 
Schüttler den Witterschlicker Bahnhof tatsächlich kauft. Seine Eltern 
sollen ins Erdgeschoss ziehen, während er mit seiner Lebensgefährtin die 
Wohnung in der ersten Etage beziehen will.

Der Deutschen Bahn AG könnte das nur recht sein. "Die Eisenbahn würde das 
Gebäude gerne verkaufen", berichtet Bahn-Sprecher Torsten Nehring. Der 
Grund: Die Unterstände für die Passagiere und die Fahrkartenautomaten 
sollen künftig auf den Bahnsteigen stehen. "Wir sind auf die Gebäude dann 
nicht mehr angewiesen", so Nehring. Die Bahn hat deshalb bereits konkrete 
 Verhandlungen mit Schüttler geführt. Nachdem es sich ein zweiter 
Interessent offenbar anders überlegt hat, ist er zurzeit der einzige 
potenzielle Käufer. Den Preis für den Witterschlicker Bahnhof gibt er mit 
rund 350 000 Mark an. In diesem Fall würde die Bahn den Schalterraum weiter 
nutzen und den Kaufpreis mit der künftigen Miete verrechnen. Andernfalls 
betrage der Preis rund 400 000 Mark, schätzt Schüttler.

Eines der letzten Hindernisse sieht er im Denkmalschutz. "Der Rat der 
Gemeinde Alfter hat 1987 beschlossen, das Gebäude unter Denkmalschutz zu 
stellen", erklärte die Alfterer Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper bei der 
jüngsten Sitzung des Rates. Seit damals steht der Witterschlicker Bahnhof 
mitsamt dem ehemaligen Bahnwärterhäuschen und Güterbahnhof in der 
Denkmalschutzliste - also der Liste mit Gebäuden, die für den Denkmalschutz 
vorgesehen sind. Die Gemeinde Alfter bemüht sich jetzt, das neben dem 
Bahnhof stehende Bahnwärterhäuschen wieder aus der Denkmalschutzliste zu 
lösen. Weil das zurzeit als Garage genutzte Gebäude der geplanten 
Buswendespur im Wege steht, soll es abgerissen werden. Die Stellungnahme 
des Landeskonservators steht noch aus.

Wenn es nach den Alfterer Grünen geht, soll gleich der ganze Gebäudekomplex 
des Witterschlicker Bahnhofes aus der Denkmalschutzliste herausgenommen 
werden. Andernfalls würde sich über Jahre hinweg gar kein Käufer für den 
Bahnhof finden, fürchten die Grünen. Da eine weitere Nutzung als 
Empfangsgebäude nicht vorgesehen sei, wäre das Gebäude dann funktionslos.

Schüttler selbst versichert, dass er die Optik des Bahnhofes erhalten will: 
"Ich will den Bahnhof nur von innen verändern, aber auf keinen Fall von 
außen." Mit Spannung wartet Schüttler nun auf die Entscheidung der Alfterer 
Kommunalpolitiker. Nach der Sommerpause befasst sich der Planungausschuss 
mit dem Antrag der Grünen. Selbst wenn dieses Gremium und der Rat dem 
Antrag zustimmen sollten, stünde damit allerdings noch nicht fest, dass der 
Witterschlicker Bahnhof aus der Denkmalschutzliste herausgenommen wird. 
"Das ist ein Abstimmungsprozess mit vielfältigen Facetten. Das muss mit der 
oberen Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden", so Steinkemper.

Quelle: General-Anzeiger vom 12.06.2001.


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Autofahrer kam bei Kollison mit Zug ums Leben

55-Jähriger beachtete das rote Warnlicht am unbeschrankten Bahnübergang bei 
Rheinbach nicht - Voreifelexpress-Strecke blieb für drei Stunden gesperrt - 
Busse pendelten nach Meckenheim

Von Jörg Manhold

Rheinbach. Tödlich verletzt wurde am Dienstag gegen 11.45 Uhr ein 
55-jähriger Autofahrer aus Rheinbach bei einer Kollision mit der 
Regionalbahn 23. Wie die Polizei mitteilte, war der Mann mit seinem Wagen 
aus Rheinbach kommend auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg (Verlängerung 
der Löherstraße) parallel zur Landstraße 158 und der Bahnlinie in Richtung 
Meckenheim unterwegs.

Vom Hubschrauber aus machte die Polizei Fotos vom schweren Unfall bei 
Rheinbach. Foto: Wolfgang Henry

Als der 55-Jährige mit seinem Wagen trotz - laut Zeugen - roten Warnlichts 
nach rechts auf den unbeschrankten Bahnübergang abbog, wurde der 
silberfarbene Mercedes vom Voreifelexpress, der in Fahrtrichtung Meckenheim 
fuhr, erfasst und rund 30 Meter mitgeschleift. Dabei überschlug sich das 
Auto und blieb an einer Böschung neben den Gleisen liegen. Der 55-Jährige 
wurde bei der Kollision durch die Wucht des Aufpralls aus dem Fahrzeug 
geschleudert. Der alarmierte Notarzt konnte bei dem schwerstverletzten 
Fahrer nur noch den Tod feststellen.

Das Fenster der Regionalbahn 23 wurde bei der Kollision beschädigt. 
Foto: Wolfgang Henry

Bei dem Unfall wurde der Triebwagen, der erst nach gut hundert Metern zum 
Stehen kam, an der linken Vorderseite und am linken Fenster beschädigt. Der 
Lokführer erlitt einen leichten Schock. Die Fahrgäste blieben während der 
Unfallaufnahme eine gute halbe Stunde im Zug sitzen. Der eingesetzte Bus 
fuhr sie dann ab der Landstraße 158 zum Bahnhof Meckenheim. Der 
Gleisabschnitt musste bis gegen 14.30 Uhr gesperrt bleiben, bis dahin 
setzte die Bahn zwischen Rheinbach und Meckenheim Schienenersatzverkehr 
ein.

Zur Klärung des Unfallherganges wurde auf Anordnung der zuständigen 
Staatsanwaltschaft Bonn ein Sachverständiger eingeschaltet, der an Ort und 
Stelle ermittelte. Zur Unterstütung setzte die Polizei einen Hubschrauber 
ein, von dem aus dreidimensionale Fotos gemacht wurden.

Quelle: General-Anzeiger vom 12.06.2001.


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Bahn dementiert VRS-Angaben
Zweite Baustufe für Regionalbahn von Bonn nach Euskirchen soll bis 2003 
fertig werden

Alfter. (man) Die Deutsche Bahn dementierte gestern Informationen, wonach es beim Ausbau der Regionalbahnstrecke zwischen Bonn und Euskirchen zu Verzögerungen komme. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) hatte mitgeteilt, in der vergangenen Woche habe die DB eine Bauverzögerung um zwei Jahre eingeräumt. "Ich weiß nicht, woher der VRS seine Informationen bezieht, aber bei uns verzögert sich nichts Wesentliches", sagte DB-Sprecher Heinz Schmitz am Donnerstag dem GA. In der ersten Baustufe sollten bis Ende 2001 die Bahnhöfe Odendorf, Kirchheim, Witterschlick und Duisdorf ausgebaut werden. Diese Frist werde eingehalten. Lediglich beim Bahnhof Duisdorf rechne man nach Einsprüchen beim Planfeststellungverfahren mit einer leicht verzögerten Fertigstellung im kommenden Jahr. Die zweite Ausbaustufe mit vier neuen Haltepunkten in Rheinbach-Ost, Impekoven, Helmholtz-Gymnasium und Dransdorf werde fristgerecht bis 2003 realisiert, so Schmitz. Ein zweigleisiger Ausbau zwischen den Bahnhöfen Witterschlick und Kottenforst sei wegen geologischer Gegebenheiten schon lange nicht mehr geplant.

"Wir sind aus allen Wolken gefallen, als uns die Bahn vergangene Woche die neuen Daten mitteilte", sagte dagegen VRS-Sprecherin Kirsten Sander. Die VRS sei bisher davon ausgegangen, dass die zweite Ausbaustufe Ende 2001 fertig und die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut werde.

Quelle: General-Anzeiger vom 31.05.2001.


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Büros und Bürger sollen gemeinsam planen

Sieben Planungsbüros streiten eine Woche um den Sieg beim Ideenwettbewerb
zur Umgestaltung des Meckenheimer Bahnhofareals - Ende des Güterverkehrs in
der Stadt droht

Von Michael Hochheuser 

Meckenheim. "Über die Schulter blicken lassen" sollen sich die teilnehmenden Planungsbüros der Zukunftswerkstatt Bahnhof in Meckenheim. Eine Woche lang werden die sieben Büros, die sich um die Neugestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds beworben haben, Anfang Mai in Meckenheim zusammen mit den beteiligten Bürgern ihre Pläne entwickeln. Am Ende dieser Woche wird feststehen, welches Büro das Rennen gemacht hat. Die Endphase der Planungsphase begann am Dienstag mit einem Kolloquium im Verwaltungsgebäude im Ruhrfeld.

Ulrich Faßbinder von der organisierenden Stadtplanung Zimmermann erläuterte die nächsten Schritte zur Umsetzung. Für die teilnehmenden Fachbüros sei es "unabdingbar" gewesen, dass sie sich zu einer "konstanten Bearbeitung der Aufgabe vor Ort bereit" erklärten, um die Arbeitsgruppen mit Meckenheimer Bürgern am weiteren Planungsprozess zu beteiligen. "Wir erwarten, dass sich die teilnehmenden Büros mit den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt auseinandersetzen." Die Bürger hatten ihre Vorschläge in zwei Gruppen erarbeitet, eine befürwortete ein Karree hinter dem Bahnhof, einen Markt mit Cafés und Kino, die zweite ein Mischgebiet nördlich des Bahnhofs mit Diskothek, Büros und Dienstleistungsbetrieben. Die sieben Firmen, die vom 7. bis 11. Mai den Sieger des Wettbewerbs unter sich ausmachen werden, sind die Architekturgruppe Stadtraum aus Münster, Astoc sowie Schaller/Theodor aus Köln, die Aachener Büros Heinz + Jahnen sowie Reicher-Haase, die Gruppe Hardtberg aus Bonn sowie die Meckenheimer Architekten und Stadtplaner SGP. Sie wetteifern um den ersten Preis in Höhe von 44 500 Mark, den zweiten über 26 700 sowie einen dritten Preis von 17 800 Mark.

Jeder Teilnehmer erhält ein Bearbeitungshonorar von 12 000 Mark. Das Preisgericht bilden Vertreter der Stadt, Architekten sowie Stadt- und Landschaftsplaner: die Diplom-Ingenieure Rolf Westerheide, Christian Jürgensmann und Walter von Lom, Professor Johannes Kister, Regierungsbaudirektor Bartel Labenz, Bürgermeisterin Yvonne Kempen und die Vorsitzende des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses, Elke Bosse. 

Die Teilnehmer des Kolloquiums hatten einige Fragen an die Expertenrunde. So wollte ein Meckenheimer wissen, was mit den Bäumen am Bahnhof geschehe. Vizebürgermeister Peter Kohlhaas sagte, dass es in Meckenheim keine Baumschutzsatzung gebe und bis auf einige Kastanien "keine direkt schützenswerten Bäume" am Bahnhof stünden.

Auch die Frage nach zusätzlichen Parkplätzen wurde gestellt. Eine Möglichkeit wäre demnach die Einbeziehung der Parkplätze am Bethaus der Zeugen Jehovas, die überwiegend am Wochenende genutzt werden. Ein weiterer Bürger wollte wissen, wie es am umgestalteten Bahnhof mit dem Personen- und Güterverkehr aussehe. Beigeordneter Albert Bergmann teilte eine "neue Entwicklung" mit: Die DB Cargo habe angekündigt, dass das Industriestammgleis ab 1. Januar 2002 nicht mehr bedient werde und es beabsichtigt sei, den Güterverkehr einzustellen. Man bemühe sich jedoch, einen neuen Betreiber zu finden. Bergmann: "Aus unserer Sicht ist das das Ende des Güterverkehrs in Meckenheim."

Quelle: General-Anzeiger vom 24.04.2001 (Internet).


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Schwerer Unfall auf Bahnübergang
Auto kollidierte mit Zug in Euskirchen-Weidesheim - Zwei Männer wurden schwer verletzt

Euskirchen-Weidesheim. (kco) Schwerste Verletzungen erlitt am Sonntag ein 34-Jähriger, als sein Wagen um kurz vor 17 Uhr auf dem Bahnübergang Cheruskerstraße in Weidesheim mit einem Nahverkehrszug kollidierte. Der 34-Jährige musste laut Polizei mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Sein 48 Jahre alter Beifahrer zog sich schwere Verletzungen zu. Das Auto wurde völlig zerstört.

Laut Polizei hatte der Autofahrer versucht, trotz geschlossener Halbschranken und rotem Blinklichts die Schienen mit seinem Wagen zu überqueren. Der Lokführer des Zuges, der von Bonn in Richtung Euskirchen unterwegs war, bemerkte das Fahrmanöver des 34-Jährigen.

Er versuchte per Hupsignal auf den herannahenden Zug aufmerksam zu machen und leitete eine Vollbremsung ein. Den Zusammenprall mit dem Wagen konnte er jedoch nicht mehr verhindern.

Da laut Polizei die bahntechnischen Sicherungen einwandfrei funktionierten, gehen die Ermittler von einem Fehlverhalten des 34-Jährigen aus. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Die Bahnstrecke war rund anderthalb Stunden lang gesperrt. Es kam zu erheblichen Verspätungen.

Quelle: General-Anzeiger vom 23.04.2001.


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Zwei Schwerverletzte
Tempo des Zuges unterschätzt

ki Euskirchen-Weidesheim - Mit lebensgefährlichen inneren Verletzungen musste gestern am frühen Abend ein 33-jähriger Mann aus Stotzheim in die Universitätsklinik nach Bonn geflogen werden. Sein Wagen war am Ortsrand von Weidesheim auf einem Bahnübergang von einem Zug erfasst worden. 

Nach Zeugenaussagen und den ersten Ermittlungen der Polizei hatte der Stotzheimer gegen 16.50 Uhr versucht, trotz geschlossener Schranken und Blinkzeichen die Gleise zu überqueren. Der Lokführer des Nahverkehrszuges von Bonn nach Euskirchen sah das riskante Manöver des Stotzheimers, setzte noch mehrere Hubsignale ab und leitete sofort eine Vollbremsung ein. Den Zusammenprall mit dem Auto konnte der Lokführer aber trotzdem nicht verhindern. 

Der Wagen wurde durch die Wucht des Aufpralls herumgeschleudert und blieb an einem Schrankenmast hängen. Der Zug kam erst einige hundert Meter weiter zum Stehen.

Während der 47-jährige Beifahrer aus Satzvey mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gefahren wurde, musste der Stotzheimer vom Notarzt noch am Unfallort intensiv betreut werden. Der Rettungshubschrauber "Christoph Europa 1" flog den Verletzten schließlich nach Bonn. 

Die Zugstrecke von Bonn nach Euskirchen war über zwei Stunden gesperrt. Alle nachfolgenden Züge hatten erhebliche Verspätungen, da der für Bahnunfälle zuständige Bundesgrenzschutz zunächst den genauen Unfallhergang ermitteln musste. 

Die Weidesheimer Feuerwehr unter Leitung von Löschgruppenführer Walfried Hunkirchen sicherte den Unglücksort ab, an dem sich schnell zahlreiche Schaulustige eingefunden hatten. 

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 23.04.2001 (Internet).

Kommentar: Mein Mitgefühl ist zweifellos bei den Verletzten. Dennoch; Gibt es da nicht bei einem privaten TV-Sender eine Reihe mit dem Titel "Dir dümmsten Autofahrer..."?


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Die Betonschwellen hatten Risse
Auf rund 1 000 Metern erneuerte die Bahn bei Witterschlick das Gleisbett - 
Bis Donnerstag noch kleinere Nacharbeiten

Alfter-Witterschlick. (man) Planmäßig fertig wurden die Bauarbeiter der Deutschen Bahn am Montagmorgen mit der Gleiserneuerung zwischen Kottenforst und Witterschlick. 20 Bahnarbeiter hatten - mit einem Umbauzug ausgestattet - seit Samstagabend die Gleisanlage auf rund 1 000 Meter komplett erneuert. Sie montierten die alte Anlage ab, legten neue Betonschwellen, Schienen und ersetzten das Schotterbett.

Komplett ausgetauscht wurden Schienen, Gleisbett und Schwellen zwischen Witterschlick und Kottenforst. Foto: Lannert

Während der Bauarbeiten fuhren die Züge zwischen Euskirchen und Meckenheim im Halbstundentakt, zwischen Bonn und Meckenheim wurden Busse eingesetzt. "Der Ersatzverkehr und die Bauarbeiten sind gut gelaufen, keine Zwischenfälle", meldete denn auch DB-Sprecher Manfred Pietschmann. Die Schwellen mussten laut Bahn ausgetauscht werden, weil sie nach rund 15 Jahren Risse bekommen hatten. "Wir haben auch gleich die Schienen und das Schotterbett ausgetauscht, damit wir nicht später nochmal ran müssen", so Pietschmann.

Noch bis Donnerstag werden kleinere Nacharbeiten vorgenommen. Das hat laut DB keine Auswirkungen auf den regulären Fahrplan der Voreifelbahn. Demnächst stehen Sanierungsarbeiten für die Gleise zwischen Odendorf und Kuchenheim an. Ein Termin steht noch nicht fest.

Quelle: General-Anzeiger vom 09.04.2001.


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Abholzaktion bringt Rheinbacher auf die Palme

Deutsche Bahn AG ließ entlang der Bahnstrecke am Raiffeisenweg Sträucher und Bäume entfernen

Rheinbach. (scr) Es sieht aus wie ein Radikalschnitt. Wo vor kurzem noch Sträucher und Bäume wuchsen, stehen nur noch einige wenige Pflänzchen und Baumstümpfe. Entlang der Bahngleise in Rheinbach hat die Deutsche Bahn AG vor kurzem in der Nähe des Regenrückhaltebeckens am Raiffeisenweg Bäume und Sträucher zurückschneiden und abholzen lassen. Das Unternehmen wollte damit die Bahnstrecke sicherer machen. Nach Auffassung vieler Bürger und der Stadtverwaltung ist die Bahn jedoch über das Ziel hinausgeschossen.

Die gefällten Bäume an der Rheinbacher Bahnlinie sorgen für Gesprächsstoff. Laut Bahn waren sie ein Sicherheitsrisiko. Foto: Wolfgang Henry

"Nördlich der Bahnlinie Richtung Odendorf, parallel zum Raiffeisenweg, gab es seit alters her einen mit Bäumen und Sträuchern dicht bewachsenen Geländestreifen", berichtet Hans-Wilhelm Kraiting (UWG). Dieser Baum- und Strauchbewuchs sei seit einiger Zeit verschwunden. "Er ist auf eine relativ lange Strecke radikal abgeholzt worden", ärgert sich der Ratsherr. Die UWG-Fraktion will die "Abholz-Aktion" jetzt im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss zur Sprache bringen.

"Warum wurde hier radikal abgeholzt?", fragt die Unabhängige Wählergemeinschaft. "Das waren sicherheitsrelevante Maßnahmen", sagt Karl-Josef Bales, Pressesprecher der Bahn AG. "Acht bis zehn Bäume sind gefällt worden, weil sie morsch und damit sicherheitsgefährdend waren", begründet Bales die Abholzaktion. Schließlich hätten die Bäume auf Züge oder Passanten fallen können. Auch der Rückschnitt der Hecken sei aus Sicherheitsgründen erfolgt. "Es wurden hundert Meter Weißdornhecke weggeschnitten, weil sie die Sicht versperrt hat", so Bales. Der Lokführer brauche mindestens 500 bis 1000 Meter freie Sicht. Denn anders als Autos habe ein Zug einen Bremsweg von bis zu 1000 Metern. Laut Bales ging es um die Sicherheit des Lokführers und der Zugpassagiere.

Die Stadtverwaltung hält den Rückschnitt jedoch für zu radikal. Dass morsche Bäume entfernt werden müssten, sei klar, so der zuständige Dezernent Lorenz Zopes. "Ich kann aber nicht nachvollziehen, dass man unmittelbar am Bahndamm Sträuche schneiden muss", sagt Zopes. Bales sagte hierzu, dass die Lokführer auch Weichensignale und Kilometermarkierungen am Streckenrand erkennen können müssten. Dennoch meint Zopes: "Der Rückschnitt ist zu stark erfolgt." Der Dezernent befürchtet, dass die Lärmbelästigung für die Anwohner steigen könnte. Denn bisher habe das Strauchwerk den Lärm teilweise geschluckt.

Der Stadt Rheinbach sind aber die Hände gebunden. Die Glasstadt hat keine Baumsatzung, die festlegen würde, bis zu welcher Höhe und in welchem Umfang der Rückschnitt erfolgen darf. Nach Auffassung des Dezernenten Zopes gibt es somit keine Möglichkeit, ordnungsrechtlich gegen die Bahn vorzugehen - zumal das Unternehmen die Sträucher und Bäume auf ihrem eigenen Grundstück noch vor dem Stichtag am 28. Februar zurückgeschnitten und abgeholzt hat. Danach sind solche Aktionen verboten, um die Vögel zu schützen.

Auch wenn sie keine rechtlichen Handlungsmöglichkeiten hat, will die Rheinbacher Stadtverwaltung jetzt wenigstens mit der Bahn über den Vorfall sprechen.

Quelle: General-Anzeiger vom 02.04.2001 (JS).


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Preiserhöhung ist noch nicht beschlossen

Ab 2002 will Deutsche Bahn voraussichtlich 3,8 Prozent mehr auch für Fahrt mit Regionalzügen kassieren - Kritik der VRS-Kunden

Von Evelyn Stolberg

Rhein-Sieg-Kreis. Fahrten mit der Regionalbahn sollen im kommenden Jahr um 3,8 Prozent teurer werden. Dafür sollen Fernreisen, oder Reisen je nach Reisetag und Reisezeit, erheblich günstiger werden. Dies bestätigte Manfred Ziegerath, Pressesprecher der Deutschen Bahn (DB) in Düsseldorf, jetzt auf Anfrage des General-Anzeigers. Wie das neue Preissystem konkret aussehen soll, ist jedoch noch nicht beschlossen. Ziegerath erläuterte: "Sicher ist bisher nur, dass bei der jetzigen Vielzahl von Angeboten mehr Klarheit geschaffen werden muss."

Wer so günstig wie möglich fahren will, wird von der Bahn im Jahr 2002 - so viel steht fest - trotzdem gefordert: Diejenigen, die ihr Fahrticket zwei Wochen im Voraus buchen, oder statt um 17 Uhr um 15 Uhr fahren, kommen günstiger vom Fleck. "Wir wollen dadurch das Angebot optimieren und die Züge besser auslasten", so Ziegerath. Die Deutsche Bahn plant, die neuen Tarife ausführlich im Herbst dieses Jahres vorzustellen.

Die Nutzer der Regionalbahnen im Rhein-Sieg-Kreis sind laut Ziegerath von der Preiserhöhung der DB im kommenden Jahr jedoch nicht unmittelbar betroffen. Denn: "Die Fahrgäste der Regionalbahn zahlen die Preise des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), und nicht die Preise der Bahn. Erst wenn man aus dem Gebiet des VRS herausfährt, gelten die DB-Preise." Das ist beispielsweise der Fall, wenn man eine Karte von Bonn nach Dortmund löst. Zudem dementierte Ziegerath, dass die Erhöhung seitens der DB von 3,8 Prozent für Regionalzüge im kommenden Jahr bereits beschlossene Sache ist.

Eine Erhöhung sei zwar geplant. Doch zunächst müssen die Länder zustimmen, ob die DB die Preise überhaupt erhöhen darf. Ist dies nicht der Fall, bleiben die Preise, wie sie sind. Der VRS selbst erhöhte bereits im Januar diesen Jahres die Fahrpreise um 2,5 Prozent, wie Kirsten Sander, Pressesprecherin des VRS in Köln, bestätigte. Der Einzelfahrschein für eine Kurzstrecke kostet jetzt zehn Pfennig mehr. Für die längere Strecke der Tarifzone D müssen seit dem ersten Januar 40 Pfennig mehr gezahlt werden. Doch nicht alle Fahrscheinpreise sind laut Verkehrsverbund Rhein-Sieg erhöht worden. Die Job-Tickets von Auszubildenden sind demgegenüber jetzt preiswerter.

Die Fahrpreise für die Voreifelstrecke sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. So kostete 1987 ein Einzelfahrschein im damaligen VRS-Gebiet von Odendorf nach Bonn (6 Tarifzonen) 7,20 Mark und eine Monatskarte 145 Mark. 1995 kostete die gleiche Strecke einfach 7,80 Mark und für das Monatsticket 191,50 Mark.

Seit 1996 ist das VRS-Gebiet ausgeweitet. Das Einzelticket von Euskirchen nach Bonn (7 Tarifzonen) kostete 1996 8,20 Mark, die Monatskarte 238,70 Mark. In diesem Jahr zahlt der Bahnnutzer fürs Einzelticket 9,30 Mark und für die Monatskarte 264,40 Mark.

Fahrgastzahlen rückläufig

Die Erhöhung der Fahrpreise ist an den Nutzern der Voreifelbahn nicht spurlos vorübergegangen. Täglich schlängelt sich die Linie RB 23 vom Bonner Hauptbahnhof über Meckenheim und Rheinbach bis nach Bad Münstereifel. 1999 nutzten laut VRS täglich rund 12 100 Fahrgäste diese Strecke. Zwei Jahre zuvor fuhren noch 500 Fahrgäste mehr mit der Voreifelbahn auf dieser Strecke.

In Rheinbach fragte der General-Anzeiger die Fahrgäste der Regionalbahn 23 nach ihrer Meinung zu Fahrpreiserhöhung im Öffentlichen Nahverkehr. Manche finden eine moderate Erhöhung gerechtfertigt, andere klagen über die Verteuerung und planen, demnächst auf das Auto umzusteigen.

Quelle: General-Anzeiger Bonn vom 29.01.2001 (Internet).